Wie wirkt die Massage nach Dr. med. Simeon Pressel?

Der zunehmende Mangel an Durchlässigkeit des menschlichen Körpers (durch Verhärtung der Muskulatur sowie der "Verklebung" des Bindegewebes / der Faszien), verhindert häufig den Fluss der ”Lebensströmung bzw. Lebensenergie”. Um die Wirkung dieser Heilmassage zu verstehen, kann uns ein Blick in die Natur helfen: Beginnen wir in einem versandeten Fluss Platz für eine kleine Rinne zu machen sowie das blockierende Treibgut zu entfernen, kann das träge gewordene Rinnsal allmählich selbst die Versandung ausspülen und zu seinem ursprünglichen und lebendigen Fließen kommen.
Quellpunkt aller Heilkräfte: Das Rhythmische System
Die hervorgerufene Spannung zwischen dem unteren Pol (Stoffwechsel-System) und dem oberen Pol (Nerven-Sinnes-System) bewirkt eine „Steigerung“, d. h. Aktivierung und Stärkung des mittleren, des Rhythmischen Systems. Rudolf Steiner weist direkt darauf hin: „(Die Massage) wirkt vorzugsweise auf das Regulieren der rhythmischen Tätigkeit im Menschen“ (4). Hier befindet sich der Quellpunkt aller Heilkräfte im menschlichen Organismus: „Denn es gibt ein großes Geheimnis: alle heilenden Kräfte liegen nämlich ursprünglich im menschlichen Atmungssystem“ (5).
Das Gesunde stärken
Das unterschiedliche Erleben dieser innerlich in Bewegung kommenden Selbstheilungskraft reicht z.B. von fühlbar aufsteigender Wärme (zunehmende Durchblutung) über Leichtigkeit und Entspannung (in der Muskulatur), bis hin zu Müdigkeit (wenn der Körper entgiftet wird und Ballaststoffe ausgeschieden werden) oder ansteigender Entschlusskraft und einer helleren Stimmung in der Seele. Das aufkommende gesunde Wohlbefinden ist das Ergebnis einer durch die Massage warmgewordenen und aufgelockerten Muskulatur – Körper, Seele und Geist sind wieder im Einklang. 
Da alle Organe durch Kreislauf und Nervensystem miteinander verbunden sind, führt die aus der Muskulatur befreite Strömung nach einer Reihe von Massagen zu einem im Körper neu erlebbaren Gleichgewichtsgefühl. Diese Massagetherapie will vor allem das Gesunde stärken (Salutogenese = Entstehung und Erhaltung der Gesundheit) und führt den Menschen dazu, notwendige Veränderungsprozesse mit Geduld und Durchhaltekraft einzuleiten. Denn sie wendet sich an das Bewusstsein und den Willen, sich mit sich selbst auseinander zu setzen. 
Die Massage nach Dr. med. Simeon Pressel kennt keine Altersgrenze und unterstützt Sie bei der Gesundheitserhaltung
Dr. Pressel ging davon aus, dass durch die spezifische Behandlung der Muskeln eine Belebung aller Organe und darüber hinaus eine Stärkung des psychischen Bereichs möglich ist. Durch die rhythmisch-harmonische Bewegung, erfolgt eine tiefe Durchströmung und Durchwärmung, Gestautes wird wieder zum Fließen gebracht und die Selbstheilungskräfte des Menschen werden angeregt und gestärkt. Durch das wieder entstehende Gleichgewicht im Menschen hilft sie auch bei gegensätzlichen Beschwerden und ist in einem weiten Anwendungsspektrum wirksam einsetzbar (6).
Warum tut diese Massage auch Kindern und Jugendlichen so gut?
Kinder haben einen noch viel durchlässigeren und aufnahmefähigeren Leib als später im Erwachsenenalter. Sie spüren besonders die wohltuende Ordnung, welche ihnen in kindgerechter Weise durch die Massage nach Dr. med. Simeon Pressel zukommt. Besonders bedürftig sind die Jugendlichen, vor allem während der Pubertät. In dieser Zeit erfolgt ein wahrer Ansturm an neuen Kräften, die bewältigt werden müssen. Oft erleben sich die Jugendlichen für sich selbst und ihr Umfeld - wie Schule, Freunde und Familie - als sehr anstrengend. Auch hier wirkt die Massage zutiefst ordnend und segensreich.

Literaturhinweise

(4) Steiner R. Geisteswissenschaft und Medizin GA 312 Vortrag vom 05.04.1920. 7. Aufl. Dornach: Rudolf Steiner Verlag, 1999

(5) Steiner R. Das Miterleben des Jahreslaufes in vier kosmischen Imaginationen. GA 229. Vortrag vom 13.10.1923.

8. ergänzte Aufl. Dornach: Rudolf Steiner Verlag, 1999

(6) Florencio  Herrero, Indikation, Durchführung und Wirkung der Massage nach Simeon Pressel / Der Merkurstab Heft 2 /2013/ Seite 141.