Ethisch wirtschaften zum Wohle aller

Die Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) möchte in einem demokratischen, partizipativen und ergebnisoffenen Prozess ein Wirtschaftssystem etablieren, in dem das Gemeinwohl an oberster Stelle steht. Gemeinwohl-Ökonomie bezeichnet ein ethisches Wirtschaftssystem, deren Ziel nicht die Vermehrung von Geldkapital ist, sondern das gute Leben für alle und das auf gemeinwohlfördernden Werten aufgebaut ist. Die Gemeinwohl-Ökonomie ist ein Veränderungshebel auf wirtschaftlicher, politischer und gesellschaftlicher Ebene – eine Brücke von Altem zu Neuem. Die Gemeinwohlbilanz ist das Herzstück der Gemeinwohl-Ökonomie.

Was sagt die Gemeinwohl-Bilanz aus?

Eine Gemeinwohl-Bilanz misst unternehmerischen Erfolg nicht nur am Finanzgewinn, sondern an seinem Beitrag zum Gemeinwohl. Die Messwerte wurden nicht von der Gemeinwohl-Ökonomie erfunden und sie sind auch nicht neu. Denn sie sind die wesentlichen Inhalte in allen europäischen Verfassungen. Dazu zählen Menschenwürde, Solidarität, ökologische Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit und demokratische Mitbestimmung und Transparenz. Neu ist lediglich, dass mit Hilfe der Gemeinwohlbilanz die Einhaltung der in der Verfassung verankerten Werte gemessen werden kann. Zielsetzung ist eine nachvollziehbare und glaubwürdige Einschätzung, wo sich ein Unternehmen im Hinblick auf das Gemeinwohl befindet. Im Gegensatz zu anderen Nachhaltigkeitsstandards, wie GRI oder EMAS, liefert die Gemeinwohl-Bilanz nicht nur eine hohe Transparenz über alle Bereiche unternehmerischer Verantwortung, sondern auch eine qualitative Bewertung.

Wie wird eine Gemeinwohl-Bilanz erstellt und geprüft?

Die Bilanz wird zunächst als Selbsteinschätzung in einem ausführlichen Gemeinwohl-Bericht erstellt. Anschließend werden die darin enthaltenen Angaben von einem externen Gemeinwohl-Auditor geprüft und bewertet. Mit Hilfe eines Punktesystems gibt es einen direkten Vergleich zwischen der Selbsteinschätzung des Unternehmens und der Fremdeinschätzung des externen GWÖ-Auditors. Das Resultat wird im Audit-Bericht offengelegt. Im dazugehörigen Testat wird die Bilanzsumme bekannt gemacht. Dadurch wird der Beitrag von Unternehmen zum Gemeinwohl direkt vergleichbar.

Wie viele Unternehmen haben schon eine Gemeinwohl-Bilanz erstellt?

Neben mehreren tausend Privatpersonen unterstützten inzwischen mehr als 1900 Unternehmen die Gemeinwohl-Ökonomie und erstellen bereits freiwillig eine Gemeinwohlbilanz. Darunter auch Unternehmen wie die Sparda Bank München eG (Das Finanzinstitut gilt mit 234.000 Mitgliedern als größte Genossenschaftsbank in Bayern) und Europas umweltfreundlicher Outdoor-Ausrüster VAUDE.

VAUDE - Geschäftsführerin Antje von Dewitz

Sparda Bank München eG - Vorstandsvorsitzender Helmut Lind

 "Dort, wo sich das Wohl aller (Gemeinwohl) und Deine Gaben umarmen, 

    liegt Deine Berufung."

"Die Verwirklichung der Gemeinwohl-Ökonomie ist für mich Herzenswunsch und Leitbild zugleich. Anstatt der heute üblichen Verhaltensweisen mit Zielrichtung auf Gewinnmaximierung und Konkurrenz braucht unsere Welt dringender denn je ein Bewusstsein für die Leitmotive der Gemeinwohlökonomie, nämlich

Kooperation und das Wohl aller. Geld soll wieder den Menschen dienen und nicht umgekehrt." 

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